U-Bahn Neubau-Fahrzeuge IK

U-Bahn Linienfahrzeuge IK

U-Bahn 1025 in Berlin-Grunewald, 2015

U-Bahn 1025-4 in Berlin-Grunewald, 2015

Die Baureihe IK der Berliner Verkehrsbetriebe bei Wikipedia.

Die Baureihe IK ist ein Fahrzeugtyp für das Klein- und Großprofilnetz der Berliner U-Bahn. Er stellt damit den derzeit einzigen Fahrzeugtyp dar, der sowohl im Klein- als auch Großprofilnetz eingesetzt wird. Weiter …

alle vorhandenen Kleinprofil-Einheiten sind mit Stand 03.2007 im Bw Grunewald beheimatet
IK15  
 

Technische Daten:
Bezeichnung IK
Einsatzgebiet U-Bahnlinien U1 bis U4, Berlin
Anzahl der Fahrzeuge 2 Prototypen + Option auf
34 Fahrzeuge
Inbetriebsetzung 2015
Spurweite 1.435 mm
Länge über Kupplung 51.640 mm
Fahrzeugbreite 2.400 mm
Fahrzeughöhe 3.200 mm
Fußbodenhöhe 875 mm
Anzahl Fahrgastraumtüren 12
Einstiegsbreite ca. 1.300 mm
Sitzplätze 72/80
Stehplätze (4 Pers./m²) 258
Drehgestellachsstand 1.800 mm
Antrieb 1.020 kW
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h

weitere Merkmale:
• Zweirichtungsfahrzeug
• Klimatisierter Fahrerraum
• Automatische Mittelpufferkupplung
• Kuppelbarkeit mit Bestandsfahrzeugen
• Luftgefederte Fahrwerke sorgen für die erforderliche Laufruhe.
• 12 zweiflügelige Schwenkschiebetüren
• Helle, freundliche Fahrgasträume
• Graffitischutz innen und außen
• Kratzschutzfolien auf Fenstern
• Modernes Fahrgastinformationssystem
• Ergonomisch gestalteter Fahrerarbeitsplatz
• Erfüllung der Crash Norm EN 15227
• Polaritätsumschalter zum Betrieb auch im Großprofil
• Bombierte Ausführung der Außenhaut

1025, 1026 2015
Wagenskizze;
Stadler Seite des extern Typs IK ( extern Ersatzlink);
Foto: U-Bahn 1025-4 in Berlin-Grunewald, 2015;
Foto: U-Bahn 1025-1 in Berlin-Grunewald, 2015;
Foto: U-Bahn 1026-1 in Berlin-Grunewald, 2015;
Foto: U-Bahn 1026-4 in Berlin-Grunewald, 2015;
Foto: U-Bahn 1025-1, Stadler, Berlin, 2017;
IK18 ? 2018  

Entwicklung

Im Juni 2012 bestellten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bei Stadler Pankow zunächst zwei Prototypen, die seit September 2015 im Linienbetrieb getestet werden. Des Weiteren umfasst die Bestellung eine Option zur anschließenden Lieferung von 24 Serienfahrzeugen, die ab 2017 als Ersatz für die Züge der Baureihe A3L71 gedacht sind. Der Gesamtauftrag hat ein Volumen von rund 158 Millionen Euro.[1] Über diesen Auftrag hinaus besteht die Option zur Bestellung von weiteren 10 Fahrzeugen.[2] Die BVG führte 2015 unter ihren Fahrgästen eine Umfrage durch, um einen Spitznamen für die Baureihe IK zu bestimmen. Anfang Mai 2015 entschied sich die BVG für „Icke“.[3] Inwiefern dieser Spitzname tatsächlich Eingang in den Normalsprachgebrauch findet, bleibt abzuwarten.

Im Mai 2013 stellte die BVG ein rund 9,4 Meter langes 1:1-Modell eines Endwagens vor. An diesem wurden Detailabstimmungen für die endgültige Gestaltung vorgenommen.[4] Die Fertigung der Prototypen begann im April 2014, im August desselben Jahres konnte die Endmontage abgeschlossen werden.[2] Anfang Februar 2015 erfolgte die Lieferung des ersten Zugs, des zweiten Anfang März 2015. Diese wurden – zusammen als Achtwagenzug – mehrere Monate auf Testfahrten ohne und mit Fahrgästen erprobt.[5][6] Nach Verzögerungen sind die Testzüge 1025 und 1026 seit September 2015 im Linienbetrieb auf der Linie U1 und U2 aktiv.[7] Im Juli 2015 wurden elf weitere Vorserienfahrzeuge bestellt, die aus dem „Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA)“ finanziert und ab 2017 ausgeliefert werden sollen.[8] Im Juli 2016 bewilligte der Aufsichtsrat der BVG den Kauf von 27 weiteren Fahrzeugen.[9][10]

Zwischen Juli und Dezember 2017 werden insgesamt 11 Vierwagenzüge der Serie IK17 ausgeliefert. Diese Züge werden zur Verstärkung der Großprofilflotte auf der Linie U5 eingesetzt und erhalten dafür zwischen Bahnsteig und Fahrzeug eine 17,5 cm breite Spaltüberbrückung. Später sollen diese Züge aber ebenfalls im Kleinprofilnetz verkehren. Ab April 2018 werden dann 27 Vierwagenzüge der Serie IK18 geliefert, die dann gleich im Kleinprofil eingesetzt werden und dort u. a. die Wagen der Bauart A3L71 ersetzen werden.[11]

Im August 2017 wurden Pläne bekannt, weitere 20 Vierwagenzüge für die Großprofil-Linie U5 zu beschaffen. Hintergrund ist der zunehmende Fahrzeugmangel, der insbesondere im Großprofilnetz inzwischen zum Ausfall von Fahrten führt. Da die vorgeschriebene europaweite Ausschreibung für neue Fahrzeuge zeitaufwändig ist, genehmigte der BVG-Vorstand eine „Dringlichkeitsbeschaffung“ von weiteren Fahrzeugen der Baureihe IK als Übergangslösung. Die Zustimmung des Aufsichtsrat steht noch aus.[12]

Die beiden als IK15 bezeichneten Prototypeinheiten 1025 und 1026 wurden im Sommer 2017 technisch an die Serie IK17 angepasst und sollen im Oktober des gleichen Jahres in den Fahrgastbetrieb zurückkehren. U.a. werden neue Türen und stabilere Klappsitze eingebaut.[13]

Aufbau

Technisch basiert die Baureihe IK auf der Straßenbahnserie Tango von Stadler. Dabei wurde das Konzept der Baureihe HK aus vier durchgehend begehbaren Wagen übernommen, wobei zwei Halbzüge im Betrieb zu einem „Acht-Wagen-Vollzug“ gekuppelt werden können. Die Kupplung mit Fahrzeugen der Serie HK ist möglich und wird teilweise im Fahrgastbetrieb praktiziert. Des Weiteren verfügen die Züge über einen Polaritätsumschalter, um auch den Betrieb im Großprofilnetz zu ermöglichen. Wegen des bombierten Wagenquerschnitts erhöht sich die Breite des nutzbaren Fahrgastraums gegenüber den bisherigen Fahrzeugen um rund zehn Zentimeter, ohne in Konflikt mit den bestehenden Bahnsteigkanten zu geraten.[14] Die Tunnel des Kleinprofilnetzes sind für die breiteren Züge grundsätzlich geeignet, jedoch mussten zur Gewährleistung des Sicherheitsabstands in einigen Tunnelabschnitten die Pfeiler versetzt werden.[15]

Die Fahrzeuge sind luftgefedert und mit einer energiesparenden Beleuchtungs- und Signaltechnik sowie neuen Fahrgastinformationssystemen ausgestattet. Jeder vierteilige Halbzug ist durchgängig barrierefrei zugänglich und verfügt über eine Gesamtkapazität von etwa 330 Plätzen, davon etwa 80 Sitzplätze in Längsbestuhlung und 250 Stehplätze. Die Mehrzweckbereiche wurden gegenüber der Vorgängerbaureihe vergrößert, weiterhin erhalten alle Wagen Videokameras.[5] Durch Rekuperation beim Bremsen wird im Betriebsalltag mit einer Energierückgewinnungsquote von rund einem Fünftel gerechnet.[4]